Herzogenhorn

Das Herzogenhorn ist ein Berg im südlichen Schwarzwald. Mit 1.415 Metern Höhe ist das Herzogenhorn nach dem Feldberg der zweithöchste Berg des Schwarzwalds. Und damit auch der vierthöchste Berg in ganz Deutschland außerhalb der Alpen. Vom Gipfel des Herzogenhorns hast du eine spektakuläre Aussicht über den Schwarzwald, die Vogesen, die Schwäbische Alb und vor allem auf die Alpen. Das Alpenpanorama, das du vom Herzogenhorn aus bewundern kannst, ist eines der besten, die es in Deutschland gibt.

Das Bild zeigt einen Weg auf dem Gipfel des Herzogenhorns mit Aussicht über die markanten Berge des südlichen Schwarzwalds.
Das Bild zeigt einen Weg auf dem Gipfel des Herzogenhorns mit Aussicht über die markanten Berge des südlichen Schwarzwalds.

Informationen zum Herzogenhorn auf einen Blick

  • Das Herzogenhorn ist 1.415 Meter hoch
  • Es liegt im Südschwarzwald nahe des Feldbergs
  • Interessante Bergdaten: Die Schwartenhöhe zum Feldbergpass beträgt 184 Meter und die Dominanz zum Seebuck (einem der Gipfel des Feldbergs) beträgt 3 Kilometer
  • Besonderheiten: Die großartige Aussicht auf die Alpen ist dank der Lage und des kahlen Gipfels einzigartig. Außerdem ist dasHerzogenhorn der höchste nur zu Fuß erreichbare Berg des Schwarzwalds

Wandern auf das Herzogenhorn

Es ist nicht besonders schwierig, das Herzogenhorn zu Fuß zu erreichen. Und wer nur auf den Gipfel will, kann das in gut einer Stunde von Bernau oder von Feldberg-Dorf aus schaffen. Darüber hinaus gibt es aber auch noch schönere Wanderwege. Auf denen dauert die Besteigung des Gipfels zwar etwas länger. Du kommst dann aber noch an vielen weiteren tollen Stellen vorbei. Das Herzogenhorn ist übrigens der höchste Schwarzwaldgipfel, der nur zu Fuß erreicht werden kann.

Überhaupt ist die ganze Region eine wunderbare Wandergegend. Wenn du dich für weitere Wanderungen in der Nähe des Herzogenhorns interessierst, ist der Rother Wanderführer Schwarzwald Süd eine gute Empfehlung. Darin sind auch Wanderungen direkt am Herzogenhorn enthalten.

Die Wanderung auf das Herzogenhorn von Menzenschwand aus

Ich entscheide mich für eine Wanderung von Menzenschwand auf den Gipfel des Herzogenhorns. Es ist eine Rundwanderung, die ich mal wieder bei hochschwarzwald.de gefunden habe.

Aufstieg zum Gipfel

Los gehts vom Parkplatz am Mösle-Skilift im Hinterdorf von Menzenschwand. Unter der Woche im Oktober ist hier nicht mehr besonders viel los. Deshalb stehe ich dann auch fast allein auf dem großen Parkplatz. Menzenschwand liegt wunderschön in einem Tal, es ist still hier. Über eine sonnige Wiese gehe ich, erreiche dann das nach links führende Krunkelbachtal. Der Krunkelbach rauscht und der Schwarzwald zeigt sich in seiner vollendeten Schönheit.

Währenddessen folge ich dem Krunkelbach und bald sehe ich vor mir das Herzogenhorn mit seinem kahlen Gipfel. Kahl ist der Gipfel übrigens nicht, weil das Herzogenhorn über die Waldgrenze hinausragt. Denn die Waldgrenze läge in dieser Gegend hier bei etwa 1.700 Metern Höhe. Stattdessen ist der kahle Gipfel menschengemacht.

Am Ende des Krunkelbachtals geht es steil hinauf durch den Wald. Nach einer anstrengenden halben Stunde durchquere ich Heidelandschaft und weiteren Wald und gehe dem Gipfel entgegen. Von hier aus ist immer wieder die bewirtschaftete Krunkelbachhütte zu sehen. Die weiten Wiesen sehen so gemütlich aus, dass ich mich auf eine Bank setze und sie einfach nur anschaue. Die letzten Meter führt der Pfad dann schließlich über eine herrliche Wiese nochmal steil nach oben. Zwischen den Bäumen sind bereits die Alpen zu sehen. Darum freue ich mich schon riesig auf die Aussicht. Schließlich erreiche ich nach knapp zwei Stunden das Gipfelkreuz auf dem Herzogenhorn, an dem es sogar ein Gipfelbuch gibt.

Außerdem sind dort oben überall Bänke und Liegestühle aufgestellt. Man kann sich hinlegen und in die Ferne schauen. Gemüüüütlich!

Abstieg nach Menzenschwand

Der Abstieg geht vorbei am Leistungszentrum Herzogenhorn. Dort gibt es ein Restaurant, Übernachtungsmöglichkeiten und Sportangebote. Der Weg schlängelt sich über schöne Hochschwarzwald-Wiesen und ist angenehm zu gehen. Dann erreiche ich das Skigebiet des benachbarten Feldbergs und es beginnt der unschöne Teil der Wanderung. Zwischen Skiliften und Schneekanonen hindurch steige ich hinunter zum Ort Feldberg. Der ist dann die Krönung der ganzen Abscheulichkeit mit seiner Wintersport-Ballermann-Atmosphäre. Schnell weg. Zum Glück geht es gleich nach Feldberg durch das Tal der Menzenschwander Alb zurück nach Menzenschwand. Dort ist der Wanderweg wieder richtig schön.

Ein schöner Abschluss der Wanderung auf das Herzogenhorn sind dann die Menzenschwander Wasserfälle. Kurz, bevor der Weg wieder nach Menzenschwand führt.

Von Feldberg aus auf das Herzogenhorn

Von Feldberg-Dorf aus erreicht man den Gipfel des Herzogenhorns vom Norden her relativ schnell. Nur etwa eine Stunde dauert es von dort aus. Der Weg geht wie oben beschrieben, nur eben anders herum. Zunächst zwischen den Skiliften und Schneekanonen nach oben und dann über schöne Wiesen bis zum höchsten Punkt.

Von Bernau aus auf das Herzogenhorn

Ein weiterer Weg führt vom Süden her von Bernau aus auf den Gipfel. Auch von dort ist es in gut einer Stunde zu schaffen. Eine wie ich finde schöne Beschreibung von einem Aufstieg auf dieser Route findet sich bei takkiwrites.com.

Großartiges Alpenpanorama

Der Blick vom Herzogenhorn aus ist bei guter Sicht spektakulär. Ich habe Glück. Heute ist die Fernsicht gut. Maximal kann man auf der Erde bei besten Verhältnissen etwa 200 Kilometer weit sehen, in Ausnahmefällen sogar bis zu 300 Kilometer weit. Ich sehe von hier oben heute wunderbar das ganze Alpenpanorama. Vor mir liegt das Berner Oberland in der Schweiz mit den Bergen Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Jungfrau ist 4.158 Meter hoch und vom Herzogenhorn etwa 150 Kilometer entfernt. Ein wahnsinns Anblick. Etwas weiter links ist das Finsteraarhorn zu sehen mit 4.274 Metern Höhe. Ein unheimlicher Name für einen tollen Berg.

Ich bin beeindruckt, muss unbedingt bald mal wieder näher dorthin. Noch etwas weiter links ist der 3.614 Meter hohe Tödi zu sehen. Übrigens ist der Tödi auch von anderen Richtungen extrem weit zu sehen.

Doch nicht nur die Alpen breiten sich unter dem Herzogenhorn aus. Auch den Schwarzwald kann man herrlich betrachten von hier oben. Der direkt benachbarte Feldberg ist zu sehen, weiter links der Belchen, immerhin der dritthöchste Berg des Schwarzwaldes. Hinter den Windrädern liegt Freiburg am Rande des Rheintals, auf dessen anderer Seite die Vogesen zu sehen sind. In die andere Richtung ist die Schwäbische Alb zu erkennen. Und ein Stück weiter südlich sogar der Hegau. Vor mir liegt das Bernauer Tal. Weiter hinten das Tal des Hochrheins und die Hügel der Voralpen. An noch klareren Tagen soll die Sicht sogar bis zur Zugspitze im Osten und zum Mont Blanc im Westen reichen. Ein grandioses Schauspiel. Ich kann nicht genug davon bekommen.

Für die Interessierten befindet sich auf dem Gipfel des Herzogenhorns eine Tafel, auf der das Alpenpanorama mit Legende nochmal aufgemalt ist. So kannst du nachschauen, welcher Berg wie heißt und in welche Richtung du schaust.

Das Bild zeigt die Berge des Berner Oberlands, wie du sie vom Gipfel des Herzogenhorns aus sehen kannst. Die Berge gehören zu den höchsten Alpenbergen der Schweiz und sie befinden sich rund 150 Kilometer vom Herzogenhorn entfernt.
Das Bild zeigt die Berge des Berner Oberlands, wie du sie vom Gipfel des Herzogenhorns aus sehen kannst. Die Berge gehören zu den höchsten Alpenbergen der Schweiz und sie befinden sich rund 150 Kilometer vom Herzogenhorn entfernt.
Das Bild zeigt den südlichen Schwarzwald. Der Blick geht dabei vom Gipfel des Herzogenhorns nach Westen.
Das Bild zeigt den südlichen Schwarzwald. Der Blick geht dabei vom Gipfel des Herzogenhorns nach Westen.

Im Winter

Die ganze Gegend um das Herzogenhorn und den Feldberg herum ist Skigebiet. Aus diesem Grund verschandeln zahlreiche Skilifte die Landschaft. Ich möchte gar nicht genau wissen, wie das hier im Winter aussieht. Naja, wers mag. Etwas freundlicher sehen die Langlaufloipen in der Nähe des Leistungszentrums Herzogenhorn aus. Auch im Sommer sieht man, wie sich die Spuren durch die Wiesen ziehen. Es ist bestimmt schön, hier oben im Winter ein paar Runden auf den Langlauf-Skiern zu drehen. Ich werde mir überlegen, ob ich hierher mal zum Schneewandern komme. Die Sicht auf das Alpenpanorama ist dann vielleicht sogar noch besser.

Die Menzenschwander Wasserfälle

In der Nähe von meinem Ausgangspunkt zur Wanderung zum Herzogenhorn befinden sich die Menzenschwander Wasserfälle. Nur etwa einen Kilometer nördlich des Parkplatzes am Mösle-Skilift. Der Bach bildet hier eine kleine Schlucht. Mehrere Wasserfälle stürzen sich mehr oder weniger eindrucksvoll die Felsen hinunter. Wirklich ganz schön. Durch die Schlucht wurden Brücken und Treppen konstruiert, sodass das Betrachten des Naturschauspiels bequem möglich ist. In den Sommermonaten werden die Wasserfälle an mehreren Abenden die Woche sogar beleuchtet.

Auf dem Bild sind die Menzenschwander Wasserfälle zu sehen. Wenn du zum Herzogenhorn wanderst, lohnt sich der kleine Abstecher dorthin.
Auf dem Bild sind die Menzenschwander Wasserfälle zu sehen. Wenn du zum Herzogenhorn wanderst, lohnt sich der kleine Abstecher dorthin.

Anfahrt zum Herzogenhorn

Sowohl von Freiburg im Breisgau als auch von Donaueschingen aus erreichst du Menzenschwand in etwa einer Stunde Fahrt mit dem Auto. Von Titisee-Neustadt aus ist es noch etwa eine halbe Stunde mit dem Auto. Der Ort Schluchsee am Schluchsee liegt ungefähr eine viertel Stunde von Menzenschwand entfernt. Die Straßen nach Menzenschwand sind gut ausgebaut, Parkplätze ausreichend vorhanden. Aber leider ist die Bundesstraße B31 zwischen Freiburg und Donaueschingen sehr unangenehm zu befahren. Denn dort gibts viel Verkehr und eine unangenehme Streckenführung. Das macht die Fahrt zum Herzogenhorn zu einem nicht besonders erfreulichen Erlebnis.

Umso schöner ist dann das letzte Stückchen des Weges abseits der B31 durch die Berge des Hochschwarzwaldes. Denn hier wird man für seine Mühen belohnt und kommt durch wunderschöne Landschaft und malerische Dörfer. Schwarzwald aus dem Bilderbuch.

Etwas angenehmer ist die Anfahrt zum Herzogenhorn von Waldshut-Tiengen an der Schweizer Grenze aus über Grafenhausen. Schöne Aussichten über den Schwarzwald und das Ufer des Schluchsees machen diese Route interessant. Hier ist auch deutlich weniger Verkehr. In der Gegend rund um Höchenschwand hast du übrigens auch tolle Aussichten auf die Alpen.

Was gibt es sonst noch?

Nicht nur die Gegend rund um das Herzogenhorn ist eine tolle Wandergegend. Auch die Gipfel anderer Berge im Schwarzwald sind schöne Ziele. Zum Beispiel gibt es da die Hornisgrinde. Das ist der mit 1.163 Metern höchste Berg des Nordschwarzwalds. Darum hat man auch von dort eine tolle Aussicht. Allerdings sind die Alpen natürlich viel weiter weg als vom Herzogenhorn. Stattdessen sieht man von dort aus wunderbar in die Rheinebene und auf die Vogesen. Mehr dazu erfährst du hier.

Nicht besonders weit entfernt befindet sich auch die berühmte Wutachschlucht. Auch wenn die Wanderwege in der Wutachschlucht oft sehr überlaufen sind, kann ein Besuch dort sehr schön sein.

Falls du dich für schöne Straßen durch den Schwarzwald interessierst, dann findest du hier vielleicht noch Ideen.

Und wenn du außer dem Herzogenhorn noch andere schöne Aussichtspunkte im Schwarzwald finden wills, dann kann ich dir hier weiterhelfen.

Update

Ich bin ja schon eine Weile lang auf der Suche nach einem Weg, von zu Hause aus zu überprüfen, wie gut die Fernsicht ist. Ich möchte wissen, wie gut die Alpen aus großer Entfernung zu sehen sind. Eine Möglichkeit scheint mir die Säntis-Webcam zu sein. Auf dem 2.502 Meter hohen Gipfel steht eine 360-Grad-Webcam. Sieht man vom Säntis aus in die weite Ferne, sollte das ja auch anders herum möglich sein. Die Webcam ist unter folgendem Link zu finden: saentisbahn.ch/schwebebahn/webcam-und-wetter/.

Auch auf dem Feldberg gibt es eine Webcam. Sie ist zwar nicht ganz so hübsch anzusehen, nicht ganz so gut bedienbar und nicht ganz so hochauflösend. Jedoch steht sie natürlich näher am Herzogenhorn. Die Webcam auf dem Feldberg ist hier zu finden.