Blitze fotografieren

Du willst im Gewitter Blitze fotografieren? Dann findest du hier alles, was du wissen musst, auf einen Blick. Denn es ist gar nicht schwer, wenn du die folgenden 7 Tipps berücksichtigst. Eines vorweg: Blitze zu fotografieren hat ziemlich wenig damit zu tun, im richtigen Moment auf den Auslöser deiner Kamera zu drücken.

Tipps für ein gutes Blitz-Foto

Wenn du dir die folgenden 7 Tipps zu Herzen nimmst, kannst du bald selbst Meister darin sein, Blitze zu fotografieren:

  1. Das ist der wichtigste Tipp: Blitze fotografierst du mit einer Langzeitbelichtung! Blitze zu fotografieren hat nämlich nichts damit zu tun, auf einen Blitz zu warten und dann im Bruchteil einer Sekunde die Kamera auszulösen. Stattdessen machst du eine Langzeitbelichtung nach der anderen.
  2. Verwende die richtige Ausrüstung, mehr dazu weiter unten.
  3. Nehme die richtigen Kamera-Einstellungen vor, mehr dazu weiter unten.
  4. Am besten geht es nachts, dann brauchst du keinen Neutraldichte-Filter.
  5. Such dir eine Stelle, von der aus du das Gewitter und seine Blitze in einiger Entfernung siehst. Es bringt gar nichts, wenn du mitten im Unwetter bist, denn dann siehst du im schlechtesten Fall gar keine Blitze mehr. Außerdem besteht die Gefahr, dass deine Kameraausrüstung oder du selbst Schaden nimmt.
  6. Fotografiere aus einer möglichst dunklen Umgebung heraus. Damit vermeidest du störende Einflüsse von Streulicht.
  7. Hab Geduld! Viel Geduld. Beobachte das Gewitter, folge ihm. Oder versuche die Vorhersage anhand von Wetterberichten oder Regenradar-Apps. Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Gewitter gibt, ist im Hochsommer am höchsten.
Blitzer fotografieren ist ganz einfach! Auf dem Bild siehst du einen Blitz, der dabei fotografiert wurde, wie er irgendwo einschlägt.
Auf dem Bild siehst du einen Blitz während eines Sommergewitters, der dabei fotografiert wurde, wie er irgendwo einschlägt.

Die richtige Ausrüstung zum Blitze fotografieren

Besonders viel Ausrüstung oder besonders teures Kamerazubehör brauchst du nicht. Die folgenden Gegenstände sind völlig ausreichend:

  • Eine Kamera mit manuellem Modus
  • Ein stabiles Stativ
  • Ein Fernauslöser
  • Ein Objektiv mit einer Brennweite zwischen 10mm und 100mm
  • Eventuell ein Neutraldichtefilter

Es ist eigentlich vollkommen egal, welche Kamera du verwendest, um Blitze zu fotografieren. Wichtig ist nur, dass sie eine Funktion zur Langzeitbelichtung hat. Idealerweise verwendest du nämlich Werte ab 20 Sekunden aufwärts.

Ein stabiles Stativ ist wichtig, damit während der langen Belichtungszeiten rein gar nichts wackelt. Denn sonst ist das Foto deines Blitzes unscharf. Das ist besonders wichtig, da es während eines Gewitters nicht nur blitzt, sondern gerne auch mal windig oder sogar stürmisch ist.

Der Fernauslöser ist wichtig, damit du das Foto nicht bereits beim Auslösen der Kamera verwackelst. Zwar ist das keine große Verwackelung, sie kann aber schon ausreichen, um die Qualität des Fotos negativ zu beeinflussen. Außerdem kostet ein Fernauslöser nicht die Welt, sondern nur ein paar Euro. Alternativ kannst du auch den Selbstauslöser deiner Kamera verwenden. Das ist aber natürlich etwas unbequemer. Ich genieße es, beim Fotografieren von Blitzen gemütlich in einem Sessel zu sitzen, Whisky zu trinken und immer, wenn ich höre, dass die Blende sich schließt, den Fernauslöser zu betätigen.

Um die ganze Dramatik eines Gewitterhimmels auf dem Foto zu erfassen oder viellleicht sogar noch einen schönen Vordergrund ins Bild zu bekommen, empfehle ich ein Weitwinkelobjektiv zwischen 10mm und 20mm. Die Aufnahmen hier wurden mit einem 30mm-Objektiv gemacht. Wenn du das Gewitter und seine Blitze aus großer Entfernung fotografieren willst, sind natürlich Objektive mit größerer Brennweite bis zu 100mm oder sogar noch mehr sinnvoll.

Wenn du tagsüber Blitze fotografieren willst, solltest du einen Neutraldichtefilter verwenden. Ansonsten ist das Foto bei langer Belichtungszeit nämlich überbelichtet.

Die richtigen Kamera-Einstellungen zum Blitze fotografieren

Die richtigen Kamera-Einstellungen sind ebenfalls nicht schwierig. Mein Tipp: Versuche es mal mit den folgenden Einstellungen:

  • Belichtungszeit: 20 Sekunden
  • ISO 200
  • Blende f/7,1
  • Fokus: manuell auf unendlich
  • Aufnahme im RAW-Format

Bei der Berechnung der richtigen Belichtungszeit – auch wenn du vielleicht einen Neutraldichtefilter verwenden willst – kann dir zum Beispiel die App PhotoPills helfen. Hier findest du mehr Informationen dazu.

Wenn du Blitze fotografieren willst, stelle am besten den Autofokus aus und fokussiere das Objektiv auf unendlich (die liegende Acht). Dadurch verhinderst du Fehlfokussierung.

Das RAW-Format ist wichtig, wenn du das Bild im Nachhinein digital entwickeln willst. Das kann bei einem Blitz-Foto wichtig sein, um eine Überblendung der hellen Bereiche zu reduzieren oder um die dunklen Bereiche des Fotos etwas aufzuhellen. Insbesondere die Dramatik des Bildes lässt sich dadurch enorm erhöhen. HDR-Aufnahmen aus mehreren Fotos sind beim Fotografieren von Blitzen nicht möglich, es sei denn für die Umgebung.

Weiterführende Informationen

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