Busludscha-Denkmal

Das Busludscha-Denkmal ist ein atemberaubendes Monument auf dem Gipfel des Chadschi Dimitar, einem Berg in Bulgarien. Der Berg ist nach einem Rebellenführer benannt. Und das Busludscha-Denkmal steht an der Stelle, an der die Rebellen gegen die Türken kämpften. Das besondere am Busludscha-Denkmal ist, dass es wie ein gigantisches UFO aus dem Kalten Krieg aussieht. Ein atemberaubendes Monument, das auf der Welt einzigartig ist.

Auf dieser Seite kannst du mehr über die Geschichte des Orts und das Innere des Busludscha-Denkmals erfahren, das mir bei meinem Besuch zum Glück noch zugänglich ist.

Die wichtigsten Informationen zum Busludscha-Denkmal

In der folgenden Liste findest du die wichtigsten Informationen zum Busludscha-Denkmal auf einen Blick:

  • Das Busludscha-Denkmal befindet sich im Norden von Bulgarien
  • Das Monument ist ein verlassenes Gebäude
  • Das Busludscha-Denkmal sieht aus wie ein riesiges UFO
  • Im Inneren des Monuments befinden sich aufwändige Mosaiken sozialistischer Motive
  • Das Busludscha-Denkmal liegt auf dem 1.440 Meter hohen Gipfel des Berges Chadschi Dimitar, einem Berg des Balkangebirges
  • Die nächste größere Stadt ist Plowdiw

Geschichte des Busludscha-Denkmals

Das Busludscha-Denkmal wird auch das Haus der Kommunistischen Partei Bulgariens genannt. Es wurde zum einen in Erinnerung an den Kampf des Rebellen Chadschi Dimitar erbaut, der auf dem Berg stattfand. Er hatte dort gegen die Besatzung durch das türkisch-osamnische Reich gekämpft. Zum anderen wurde an der gleichen Stelle Ende des 19. Jahrhunderts ein Grundstein für den sozialistischen Staat gelegt. Anlass war eine Gedenkfeier für die Rebellen.

Der Bau des Busludscha-Denkmals wurde 1981 im Rahmen der Feier anlässlich der Staatsgründung von Bulgarien eröffnet. Es gilt heute als das größte sozialistische Monument von Bulgarien. Angeblich haben tausende von Menschen an der Kontruktion mitgewirkt.

Die kommunistische Partei Bulgariens verwendete das Gebäude als Kongresszentrum. Viele Kongresse fanden dort allerdings bis zum Ende des Sozialismus im Jahre 1989 nicht statt. Seither ist das Busludscha-Denkmal dem Verfall preisgegeben.

Der Weg nach Busludscha

Unterwegs zum Busludscha-Denkmal

Ich entdecke das Busludscha-Denkmal auf dem Chadschi Dimitar mehr oder weniger durch Zufall. In einer Zeitung in Plowdiw lese ich etwas über die kommunistische Regierung und dass sie sich ein merkwürdiges Monument in die Berge Bulgariens konstruiert hat. Ich sehe ein Bild davon und weiß sofort: Da muss ich hin! Und im Ernst, das ist einer der abgefahrensten Orte, an denen ich bisher war.

Also fahre ich am nächsten Tag die gut 120 Kilometer in die Berge. Schon von weitem ist das UFO auf dem Gipfel des Chadschi Dimitar auszumachen. An einer Abzweigung dann ein Wegweiser, der schon an die Form und die Beschaffenheit des UFOs erinnert. Ich biege ab. Weitere 15 Kilometer führt die schmale Straße den Berg hinauf zum Busludscha-Denkmal. Viele andere Autos sind hier nicht mehr unterwegs.

Oben angekommen stehe ich als erstes vor den meterhohen Fäusten. Riesige Fackeln werden von ihnen festgehalten. Ein paar Meter weiter ist ein verlassener Parkplatz. Dann mache mich zu Fuß auf den Weg. Ich gehe das letzte Stück den mit steinernen Platten geplättelten Pfad hinauf. Niemand ist dort, verlassen scheint nicht nur das Gebäude, sondern auch die ganze Gegend.

Eingang zum Busludscha-Denkmal

Eintritt ins Busludscha-Denkmal

Auf dem Gifel vor dem Eingang des Busludscha-Denkmals dann die Enttäuschung, das vergitterte Tor lässt sich nicht öffnen. Verflucht! Natürlich habe ich gehofft, irgendwie da reinzukommen. Nach einer Umrundung des Monuments und Überlegungen, wie ich an der Wand hinaufklettern könnte, entdecke ich in etwa zwei Meter Höhe ein schmales Loch in einer Ecke der Außenwand. Jemand hat ein paar Steine daruntergelegt. Mit ein wenig Anstrengung kann ich mich hochziehen und durch den Hohlraum zwängen. Und dann bin ich in einem dunklen Treppenhaus.

Hinweis: Ich weiß nicht, ob 2020 das Hineinkommen noch so einfach ist. Wie du weiter unten lesen kannst, gibt es wohl inzwischen Sanierungspläne und eine dauerhafte Bewachung des Busludscha-Denkmals. Aber wer weiß. Weiß es jemand?

Gefahr im alten UFO

Nicht nachmachen! Viele Lost Places habe ich schon von innen gesehen, das hier ist offenbar einer der gefährlicheren. Keine Ahnung, ob die Stufen noch lange halten, die ich hier hinaufsteige. Finster ist es und das Tropfen des Wassers von der Decke der Halle ist schon von hier unten zu vernehmen. Irgendwelche Steine sind abgebrochen. Außerdem ist der Eintritt ins Busludscha-Denkmal vermutlich verboten. Warum hätte man sonst den Eingang so gewissenhaft abschließen sollen?

Und dann bin ich sprachlos. In der riesigen runden Haupthalle sind herrliche Mosaike aus kommunistischer Zeit zu sehen. Alles glänzt und glitzert, es ist wie auf einem anderen Stern. Die Tropfen fallen tief und ihr Geräusch ist nun sehr laut.

Im Inneren des Busludscha-Denkmals

Als ich die Treppen noch weiter hoch steige, kann ich aus gigantischen Fenstern über die Berge schauen. Die kommunistische Partei Bulgariens hat sich für ihr Busludscha-Denkmal mit dem Chadschi Dimitar einen majestätischen Platz ausgesucht, Hut ab.

Aussicht vom Busludscha-Denkmal

Ein paarmal gehe ich im Kreis außen auf dem offenen Gang herum und bin froh, den Umweg gemacht zu haben. Ein Wunder, dass hier oben niemand ist. Woanders hätte man sicher längst versucht, aus dem Bauwerk des Busludscha-Denkmals Kapital zu schlagen. Möglicherweise liegt es an Karl Marx, der mit kleinen Steinchen in die Wand der großen Halle vom Busludscha-Denkmal gemörtelt wurde. Vielleicht hat sein Geist hier wenigstens noch eine Weile lang Wiederstand geleistet. Hier steht das Monument zum Glück noch einfach einsam auf dem Chadschi Dimitar. Es beginnt, leicht zu regnen und ich mache mich auf den Rückweg zum engen Loch in der Betonwand.

Weg im Busludscha-Denkmal

Ich gehe den geplättelten Weg vom Busludscha-Denkmal zurück zu meinem Auto. Dabei blicke ich mehrmals zurück und kann es kaum glauben, was ich dort sehe. Ein UFO aus einer anderen Welt ist auf dem Chadschi Dimitar gelandet. Wer weiß, vielleicht nimmt es uns irgendwohin mit.

Aktuelle Entwicklungen

Offenbar wurde im Jahr 2018 beschlossen, das Denkmal zu bewachen. Laut Stern gibt es außerdem inzwischen auch konkrete Pläne für eine Sanierung des UFOs. Es bleibt also spannend. Ich freue mich auf Kommentare von Personen, die das Busludscha-Denkmal vor kurzem besucht haben.

Laut tagesspiegel.de gibt es offenbar sogar Bestrebungen, das Busludscha-Denkmal zum Welterbe zu machen, um es zu retten.

Mehr Geschichten über atemberaubende Artefakte findest du hier bei A wie Atlas.